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Wachsen | Lotte Günther

In der Ausstellung "wachsen" zeigt Lotte Günther neue Malerei, sowie Objekte und Installationen.
Die Besucher betreten die Ausstellung durch eine dunkle Industriehalle. Schon von weitem lockt eine große Installation, die den ganzen Raum einnimmt. Transparente Folienbahnen sind dynamisch gespannt. Sie verlaufen mal quer, mal diagonal und überschneiden sich. Diese hauchzarten Membranen sind in leuchtenden Farben mit einer Wabenartigen Struktur besprüht. Je nachdem wo die Betrachter im Raum stehen, ergeben sich andere Farbkombinationen, neue Kompositionen.
Weiter geht es durch einen kleineren Raum, der diese Vorhalle mit der eigentlichen Ausstellungshalle verbindet. Darin hängen mehrere Vorhänge, die aus verschieden farbigen Satinbändern komponiert wurden. Die Arbeit stammt bereits aus dem Jahr 2013 und wird jetzt das erste Mal in Berlin gezeigt. Von Weitem mutet die Anhäufung von Satinbändern wie ein abstraktes Streifen Bild an. Erst beim Nähertreten offenbart sich das Material. Wenn die Besucher hindurchgehen, ergeben sich immer neue Farbeindrücke, da jeder einzelne Vorhang eine ganz eigene Farbstimmung hat. Die leiseste Berührung lässt das Linienmeer flirren.
Sind die Bänder durchschritten, findet man sich in einer hell erleuchteten Halle wieder, in der Lotte Günther neue Malerei und aus Satinbändern geknotete Objekte zeigt.
Zuerst fallen die Bilder auf, in denen sich unzählige senkrechte Linien auf der Bildfläche häufen und errinnern an die vielen Bänder der Installation. Andere Bilder zeigen Wabenstrukturen, ähnlich wie sie schon auf den Folienmembranen leuchteten. Nur sind sie hier noch komplexer, in vielen Schichten aufgetragen und schließlich in pastoser Ölfarbe zu einem hohen Relief geführt. Sie haben viel mehr Materie und Masse als die leuchtenden Farbspuren auf transparentem Grund.
Im Zentrum dieser Halle finden sich kleine Objekte. Sie muten ein wenig wie kunterbunte Korallen an. Erst beim genauen Hinsehen zeigt sich, wie sie entstanden sind. Satinbänder in allen Farbschattierungen - von der gleichen Art, die auch den Durchgangsraum füllten - sind durch unzählbar viele Knoten zu diesen organisch anmutenden Objekten geworden.
Wie auch die anderen Kunstwerke sind sie durch ständiges Wiederholen der gleichen Geste angewachsen. Durch diese fast meditative Tun gewinnen sie ihre ganz eigene Logik, Gestalt und Ordnung und sind regelrecht mit Zeit aufgeladen.

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